Wie kam es zu diesem Wasserfall

Auf vielen Landkarten ist in der Schelmenklinge ein Wasserfall verzeichnet. Wie kam es dazu?

In der Schelmenklinge gibt es einige Quellen. Diese wurden und werden auch heute noch teilweise für die Wasserversorgung der Stadt Lorch und unseres Teilorts Bruck verwendet.
Sie gaben aber schon früh, bald nach dem Wegebau in der Klinge die Anregung, einen Wasserfall über die hohen Felsen fließen zu lassen. Damit sollte die Anziehungskraft der Schelmenklinge erhöht werden.
Schon 1886 beschloss man, eine der Quellen über Rohre zu den Felsen zu leiten. Aber schon 1908 wurde diese Quelle zur Wasserversorgung von Bruck benötigt. Um weiterhin den Wasserfall betreiben zu können, fasste man den Beschluss, „das Abwasser der Pumpstation über Eisenrohre zu den Felsen zu leiten“. Kostenvoranschlag 100 Mark. Nun war das natürlich nicht häusliches Abwasser, sondern Wasser, das die Pumpstation zum Antrieb benötigte. Die Pumpe war ein sogenannter Widder, der nur einen kleinen Anteil Nutzwasser hochpumpen kann und das meiste Wasser zum Antrieb benötigt. Heute benützt man natürlich elektrischen Strom zum Betreiben der Pumpen.
Die zum Teil heute noch sichtbaren offenliegenden Eisenrohre waren störanfällig. So meldete am 8. August 1936 der damalige Feldschütz Krieter, dass der Wasserfall defekt sei und abgestellt werden musste. Darauf schrieb ihm der Stadtschultheiß „der Wasserfall muss am 23. und 30. August anlässlich des zu erwartenden starken Fremdenverkehrs mit Sonderzügen wieder in Betrieb sein“.

Jahre später ersetzte man die Rohre durch einen Schlauch aus einer anderen Quelle, wobei aber nur dann Wasser über den Wasserfall fließen konnte, wenn die elektrische Pumpe für die Wasserversorgung von Bruck abgeschaltet war. Deren rythmisches Einschalten sorgte auch zum regelmäßigen Ausbleiben des Wassers, was bei den Betrachtern zu wilden Überlegungen führte.
Nach einem Felssturz wurde dieser Wasserfall wieder abgestellt. Erst jetzt im Jubiläumsjahr 2010 konnten wir den Wasserfall wieder reparieren und neu in Betrieb nehmen. Dazu bauten wir mit Hilfe der Jugendabteilung der Gmünder Bergwacht einen 4 m langen, ausgebohrten Baumstamm als Wasserspeier über den Felsen ein und schlossen daran die alte Leitung an. Jetzt fließen ständig etwa 20 Liter Wasser je Minute über die Felsen, denn die Quelle wird nicht mehr für die Wasserversorgung benötigt.

Wasserfall in der Schelmenklinge
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